Targeting in Gefahr?

Eine neue Gesetzesvorlage in den USA hat sich auf die Fahnen geschrieben, Ads Targeting, wie wir es kennen, zu verbieten. Woher kommt diese Initiative – und warum ausgerechnet jetzt?

Änderungen nicht nur bei Facebook

US-Abgeordnete und ein Senator bringen ein Gesetz gegen die Targeting-Praxis der Tech-Konzerne auf den Weg. Das gezielte Ausspielen von Werbeanzeigen auf Social Media Plattformen würde dann als täuschende Geschäftspraktik eingestuft und merklich erschwert. Welche Auswirkungen bedeutet das für Social Media Marketing in Deutschland?

Die neuen Einschränkungen bei Facebook Ads, mit denen Social Media Marketer seit Kurzem umgehen müssen, sind vermutlich nur der Anfang von großen Veränderungen im Bereich Ads Targeting. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Gesetzesentwurf zusammengestellt.

The Unites States vs Targeted Advertising

Am 18. Januar 2022 wurde von den US-amerikanischen Abgeordneten Anna Eshoo und Jan Schakowsky sowie Senator Cory Booker der „Banning Surveillance Advertising Act“ vorgestellt. Dieser Gesetzesentwurf verbietet beinahe alle Arten des Targetings von Ads auf Plattformen wie Facebook, Google und weiteren Adtech-Unternehmen. Kleinere Ausnahmen bestünden weiterhin für lokal begrenzte Ads mit breiter Zielgruppe sowie kontextuelle Werbung, die sich am Inhalt der Website orientiert.

Welche Probleme werden bei Ads gesehen? 

Eshoo, Hauptinitiatorin des Gesetzesentwurfs, moniert, dass die Praxis gezielten Targetings dazu führe, dass Plattformen User Engagement an erste Stelle stellen. Dies wiederum treibe Desinformation, Diskriminierung, Einschüchterung von Wähler:innen, Privatsphäre-Vergehen und vieles weiteres an. Laut Eshoo sei das Überwachungs-Advertising-Business-Modell kaputt.

Eshoo und ihre Mitbefürworter argumentieren somit, dass die aktuellen Werbemodelle der Tech-Industrie Anreize für die Verbreitung schädlicher Inhalte bieten und diese dadurch ermutigt werden, schädliche Beiträge zu pushen, um Nutzer:innen auf ihren Plattformen zu halten. Booker fand noch deutlichere Worte. Er bezeichnete Surveillance Ads als räuberische und invasive Praxis. Targeted Advertising verletze nicht nur die Privatsphäre, sondern begünstige auch die Verbreitung von Fehlinformationen, innerem Extremismus, Rassentrennung und Gewalt.

Welche Auswirkungen hätte das US-Gesetz auf Social Media Marketing?

Sollte der Gesetzesentwurf tatsächlich inkrafttreten, müssten Facebook, Google und weitere Big Player im Online Marketing ihre Business-Modelle radikal verändern. Die Aufsicht über die tatsächliche Durchsetzung der neuen Targeting-Regeln, was auch die Verhängung von Strafen bei Verstößen beinhaltet, würden die Bundesstaatsanwälte sowie die Federal Trade Commission (FTC) erhalten. Die FTC ist eine Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde, deren hauptsächliche Aufgabe es ist, unfairen und täuschenden Geschäftspraktiken. Als solche würde die bisherige Targeting-Praxis damit eingestuft. Darüber hinaus könnten auch individuelle User die Plattformen auf Schadensersatz von bis zu 5.000 $ pro Verstoß verklagen.

Ads-Gesetz: Warum gerade jetzt? 

Seit Jahren diskutiert die US-amerikanische Gesetzgebung über Möglichkeiten zur Regulierung der Tech-Industrie in Fragen wie Datenschutz, Desinformation und Moderation von Inhalten. Ab vergangenem Jahr, als Whistleblowerin Frances Haugen über Geschäftspraktiken von Facebook ausgesagt hatte, nahm die Dynamik dieses Anliegens Fahrt auf. Haugen berichtete unter anderem, dass Facebook besonders in Ländern, in denen sich das soziale Netzwerk erst ausbreitet, kaum gegen Drogenkartelle, Organhandel, Menschenhandel, Pornografie und Regierungsmaßnahmen gegen politisch Andersdenkende auf der Plattform vorgehe. Der Gesetzesentwurf passt zu anderen aktuellen Versuchen von US-Abgeordneten und der FTC, die Macht der GAFA-Konzerne (Google, Apple, Facebook und Amazon) einzuschränken. 

Welche Relevanz hat der US-Gesetzesentwurf für Europa? 

Die Gültigkeit des Gesetzesentwurfs wäre zwar auf die USA beschränkt, diese stellt für die Big Player im Online- und Social-Media-Marketing allerdings den Heimatmarkt dar. Somit würden die neuen Einschränkungen für Targeting in den USA mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Rest der Welt betreffen. Vor allem Facebook profilierte sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit Änderungen hinsichtlich Ads auf den im Meta-Netzwerk gebündelten Plattformen. Die größte Änderung mit dem Ende des Ad Targetings, wie wir es kennen, könnte somit unmittelbar bevorstehen. 

Das Team unserer Social-Media-Agentur hält euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

  |    |  
OpenAI betreibt einen eigenen Suchindex. Eine aktuelle Analyse von RESONEO zeigt, dass der interne Index mit dem Codenamen labrador bereits den Großteil der Suchergebnisse in der kostenlosen Version von ChatGPT liefert. In den Bezahlversionen stützt sich das Unternehmen zwar nach wie vor stark auf gescrapte Google-Ergebnisse, doch die Gewichte verschieben sich. Für Website-Betreiber ändern sich damit die Regeln für Sichtbarkeit.
Weiterlesen
  |    |  
Ein einzelner Modellwechsel verändert, welche Inhalte in KI-Antworten auftauchen. Nach dem Rollout von GPT-5.6 sank der Anteil von Listicles in den ChatGPT-Citations um die Hälfte, der Anteil von Vergleichsseiten um knapp ein Drittel. Gleichzeitig zitiert das Modell Marken häufiger direkt von deren eigenen Websites.
Weiterlesen
  |    |  
Google verändert den Aufbau der AI Overviews. Bei einzelnen Suchanfragen entfällt der gewohnte „Mehr anzeigen“-Button, stattdessen erscheint die vollständige KI-Antwort mit einem Eingabefeld für den AI Mode. Google hat das Vorgehen bestätigt und erklärt, dass es bei bestimmten Suchanfragen sinnvoller sei als das bisherige Setup. Die organischen Suchergebnisse rutschen dadurch weiter nach unten.
Weiterlesen
  |    |  
Die Google Search Console schließt eine Lücke, die viele Content-Ersteller lange beschäftigt hat: Wie schneiden Beiträge auf Plattformen wie Instagram, TikTok, X oder YouTube eigentlich in der Google-Suche ab? Mit dem neuen Property-Typ Platform Properties lässt sich das ab sofort direkt in der Search Console nachvollziehen. Wer bislang auf plattforminterne Statistiken angewiesen war, erhält damit erstmals eine Sicht auf die Suchperformance seiner Social- und Videoinhalte.
Weiterlesen
  |    |  
ChatGPT griff lange Zeit vor allem auf Google zurück, um seine Antworten mit aktuellen Informationen anzureichern. Ein neues Datenfeld in der Kommunikation zwischen ChatGPT und dem Browser deutet nun darauf hin, dass sich das ändert. Das Feld heißt „result_source“ und weist dort in bestimmten Fällen den Wert „bing“ auf, ein Verweis auf die Suchmaschine von Microsoft als Quelle. Wer die Entwicklertools im Browser öffnet, kann diesen Hinweis selbst nachvollziehen.
Weiterlesen
  |    |  
Was in der klassischen Google-Suche längst etabliert ist, setzt sich nun auch bei KI-Antworten durch: die Bewertung von Quellen nach Vertrauenswürdigkeit. Perplexity führt dafür vier Vertrauensstufen ein, die von keiner Auszeichnung bis zur Bestnote „Authoritative“ reichen. Fachspezifische Blogs und Nischen-Websites können sich als „Trusted“ qualifizieren, während anerkannte Autoritäten wie Google-Inhalte die höchste Stufe erreichen. Die Einordnung zeigt, dass EEAT-Signale auch für generative KI-Suchsysteme zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Weiterlesen
  |    |  
Die Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Blogs und Content-Plattformen haben sich mit der Verbreitung KI-basierter Suchfunktionen (wie Google AI Overviews und AI Mode) grundlegend verändert. Die rein mechanischen SEO-Taktiken der Vergangenheit, wie das sture Anstreben einer hohen Wortzahl, das Anhäufen von Schlüsselwörtern oder die künstliche Aktualisierung von Daten („Fake Freshness“), verlieren zunehmend an Wirksamkeit.
Weiterlesen
  |    |  
Im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse (Q2 2026) gab Alphabet bekannt, dass die Werbefunktion AI Max für Suchkampagnen offiziell die Beta-Phase verlassen hat. Laut Philipp Schindler, Senior Vice President und Chief Commercial Officer bei Google, nutzen bereits über 500.000 Werbetreibende diese Technologie. Das System ermöglicht es Google, Anzeigen für äußerst komplexe und lange Suchanfragen zu schalten, die bisher durch die herkömmliche Ausrichtung auf Suchbegriffe nicht effizient abgedeckt werden konnten.
Weiterlesen
  |    |  
Große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity stützen sich bei der Generierung von Antworten auf ein strukturiertes Verständnis von Entitäten. Daher reicht es im Zeitalter der KI für Unternehmen nicht mehr aus, sich nur anhand von Schlüsselwörtern zu positionieren – was wirklich zählt, ist, wie genau KI-Systeme die eigene Marke, die Produkte und die Kernkompetenzen als eigenständige Entität erfassen und klassifizieren.
Weiterlesen
  |    |  
Die auf ChatGPT basierende Werbeplattform erhält ein umfassendes Update, das Werbetreibenden mehr Kontrolle und Effizienz bei der Verwaltung ihrer Kampagnen bieten soll. OpenAI erweitert das System speziell für leistungsorientierte Werbetreibende und führt wichtige Funktionen ein, die aus etablierten Werbenetzwerken bekannt sind.
Weiterlesen
  |    |  
Bei der Erstellung von Inhalten mithilfe künstlicher Intelligenz stehen viele Unternehmen vor dem Problem wiederkehrender manueller Korrekturen. Oft müssen Redakteure dieselben stilistischen, inhaltlichen oder strukturellen Fehler mehrfach korrigieren. Ein systematischer Ansatz zur Lösung dieses Problems sind KI-basierte Content-Workflows, die sich selbst aufrechterhalten und optimieren und auf geschlossenen Feedbackschleifen basieren.
Weiterlesen
  |    |  
Eine Adressänderung im Google-Business-Profil (GBP) zählt zu den heikelsten Eingriffen im Bereich des lokalen SEO. Obwohl ein Umzug oder eine Korrektur der Standortdaten aus organisatorischer Sicht oft notwendig ist, führt die Adressänderung in der Praxis häufig zu unerwarteten Ranking-Einbußen oder wiederholten Verifizierungsprozessen.
Weiterlesen
Kontakt
Leichte Sprache
crossmenu linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram