Nozzle-Analyse: Google berücksichtigt oft nur ein Wort der Suchanfrage
Nozzle bietet Rank-Tracker an, also Tools, die Google-Rankings automatisch abfragen und dokumentieren. In diesen Daten entdeckte das Unternehmen ein auffälliges Muster, das Derek Perkins in einer Datenanalyse beschreibt. Die Analyse basiert auf 248 Millionen Suchergebnisseiten (SERPs) aus 47 Ländern, abgefragt auf Desktop, iPhone und Android.
Das Muster ist ähnlich: Google ignoriert einen Teil der Suchanfrage. In rund der Hälfte der Fälle behandeln die organischen Ergebnisse nur noch ein einziges Wort daraus. Welches Wort übrig bleibt, variiert:
- „easy strawberry jam“: Die Ergebnisse drehen sich um „easy“, wie beispielsweise die TV-Serie „Easy“ und ein gleichnamiger Instagram-Account.
- „eth price“: „price“ bleibt übrig. Die Suchvorschläge wechseln von Preisprognosen für Ether zu Preisen für Lüftungstechnik.
- „white label local seo“: Hier verschwinden alle neun Websites, die sonst auf Seite 1 erscheinen würden.
Auf den ersten Blick fällt der Fehler kaum auf, denn die Ergebnisseite wirkt gewöhnlich:
- Auf 99,8 Prozent dieser Seiten zeigt der Seitentitel die vollständige Suchanfrage an.
- Einen Hinweis wie „Showing results for“, mit dem Google normalerweise eine geänderte Suchanfrage kennzeichnet, gibt es nicht.
- Googles eigene Elemente wie AI Overview, Kurs-Charts oder Karten beziehen sich weiterhin auf die eigentliche Suchanfrage.
Seit Mitte September tritt der Fehler deutlich häufiger auf
Neu ist das Phänomen nicht. Nozzle hat es seit März 2026 in kurzen Schüben festgestellt, und der Datendienst SerpApi berichtete erstmals am 4. Mai darüber. Bis Mitte September betraf es jedoch nicht mehr als 0,3 Prozent der SERPs pro Woche.
Ab dem 16. September stieg der Anteil sprunghaft an:
- 16. September: Google ignorierte zunächst Teile der Suchanfrage auf Seite 2, meist unterhalb einer korrekten Seite 1.
- 20. September: Auch Seite 1 war betroffen.
- 28. September: Am Höchststand ignorierte Google in 39,9 Prozent der analysierten SERPs auf Seite 1 oder 2 einen Teil der Suchanfrage.
- Seit Mitte Oktober: Mitte Oktober sank der Anteil kurz auf rund 1 Prozent, am 21. Oktober lag er wieder bei 7,6 Prozent. Das liegt weiterhin deutlich über dem Niveau vor September.
Über den gesamten Zeitraum seit dem 16. September ignorierte Google bei 13,9 Prozent der von Nozzle analysierten Desktop-SERPs auf Seite 1 oder 2 einen Teil der Suchanfrage, zuvor waren es 0,06 Prozent. Der Großteil entfällt auf Seite 2. Auf Seite 1 lag der Anteil bei 2,2 Prozent. Über alle SERPs hinweg erreichte Seite 1 den Höchstwert erst am 8. Oktober mit 3,8 Prozent.
Ranking-Einbruch für einen Tag: So erkennen Sie den Fehler
Für SEO-Verantwortliche hat der Fehler eine direkte Folge: Gehört die eigene Website zu den üblichen Treffern für ein Keyword, fällt sie in 69,8 Prozent der Fälle in den betroffenen SERPs aus den Top 10 heraus. Im Vergleichszeitraum Ende August/Anfang September lag dieser Wert bei 2,0 Prozent. Der Rückgang hält jedoch selten lange an: In 85,8 Prozent der Fälle lieferte die nächste Überprüfung innerhalb von drei Tagen wieder relevante Ergebnisse.
Nozzle listet mehrere Anzeichen auf, die auf den Fehler hindeuten:
- Alle Treffer behandeln nur ein Wort der Suchanfrage. Bei einer echten Ranking-Veränderung ändern sich die Websites, nicht das Thema.
- Die Ergebnisliste endet früher als üblich, oft schon nach Seite 4.
- Eine einzelne Domain belegt häufiger drei oder mehr Positionen.
Verliert eine Website also für einen Tag ihre Position bei einem Keyword, hat Google in den meisten Fällen einen Teil der Suchanfrage ignoriert.
Was die Analyse für uns bedeutet
Für uns zeigt die Analyse vor allem eines: Ranking-Daten sind Momentaufnahmen, und ihre Grundlage wird anfälliger. Wer Berichte auf Tageszahlen stützt, riskiert Fehlalarme und voreilige Änderungen an Inhalten, die eigentlich gut ranken. Wir empfehlen daher, Rankings über mehrere Abfragen hinweg zu bewerten und Ausreißer gezielt zu prüfen. Die entscheidende Frage dabei: Passen die Ergebnisse überhaupt noch zur Suchanfrage? Bemerkenswert finden wir zudem, dass die AI Overview selbst auf den fehlerhaften Seiten die eigentliche Suchanfrage beantwortet. Ihre Quellen wechseln dabei allerdings häufiger als sonst. Wer die Sichtbarkeit nur über klassische Positionen misst, sieht nur einen Teil des Gesamtbildes. Als GEO-Agentur beziehen wir daher sowohl Rankings als auch die Sichtbarkeit in den AI-Antworten in unsere Analysen ein und helfen Ihnen, Schwankungen richtig zu interpretieren.
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Quelle:
Nozzle Research: Google Plays Dumb.


