Ein einzelner Modellwechsel verändert, welche Inhalte in KI-Antworten auftauchen. Nach dem Rollout von GPT-5.6 sank der Anteil von Listicles in den ChatGPT-Citations um die Hälfte, der Anteil von Vergleichsseiten um knapp ein Drittel. Gleichzeitig zitiert das Modell Marken häufiger direkt von deren eigenen Websites.
Peec AI wertet 180 Millionen Quellen aus
Tomek Rudzki, GEO-Spezialist bei Peec AI, belegt die Verschiebung auf LinkedIn mit konkreten Zahlen. Seine Analyse basiert auf einer Stichprobe von 180 Millionen Quellen. Dafür verfolgte er denselben Satz von einer Million Prompts in der Woche vor und der Woche nach dem Rollout von GPT-5.6, das inzwischen als Standardmodus in ChatGPT läuft.
Die Analyse zeigt zwei deutliche Rückgänge:
- Listicles haben die Hälfte ihres Anteils an allen ChatGPT-Citations verloren.
- Vergleichsseiten haben 32,1 Prozent ihres Anteils eingebüßt.
Beide Formate bleiben weiterhin Teil der Antworten. Rudzki stuft sie nach wie vor als wichtige Quellen ein, doch sie dominieren die Zitationen nicht mehr. Der Unterschied liegt im Anteil: GPT-5.6 greift insgesamt auf deutlich mehr Quellen zurück, und in diesem größeren Feld fallen Rankinglisten und Vergleichsartikel weniger ins Gewicht als zuvor.
Vier Befunde zum veränderten Suchverhalten von GPT-5.6
Rudzki führt den Rückgang auf vier Entwicklungen zurück, die zusammenwirken:
- Mehr Suchen pro Chat: GPT-5.6 generiert pro Chat etwa 154 Prozent mehr Fanouts als GPT-5.5.
- Größerer Quellenpool: Das Modell ruft durchschnittlich 25,85 Quellen pro Chat ab, verglichen mit 12,48 bei GPT-5.5. Zitiert werden 25 Prozent mehr Quellen als zuvor.
- Weniger Ranking- und Vergleichsbegriffe in den Suchanfragen: Fanouts mit „top“, „comparison“ oder „vs“ kommen deutlich seltener vor. Der Anteil der „top“-Fanouts sank um 75 Prozent, ihre durchschnittliche Anzahl pro Chat um 36,5 Prozent.
- Direkter Zugriff auf einzelne Domains: 18,37 Prozent der Chats enthalten mindestens einen Fanout mit dem „site:“-Befehl, der die Suche gezielt auf eine bestimmte Website beschränkt.
GPT-5.6 sucht mehr, sucht präziser und zitiert häufiger Originalquellen. Diese Änderung in der Suchlogik hat direkte Auswirkungen auf die GEO-Strategie.
Was diese Entwicklung für Ihre GEO-Strategie bedeutet
Die Verschiebung wirft eine zentrale Frage auf: Wie gelangen Inhalte in die Antworten? GPT-5.6 zitiert Marken häufiger direkt von deren eigenen Websites und seltener aus Listicles von Drittanbietern. Wer seine Sichtbarkeit bisher überwiegend über Erwähnungen in externen Rankinglisten aufgebaut hat, sollte diesen Ansatz neu bewerten.
Aus den Daten lassen sich drei Kernpunkte ableiten:
- Eigene Website als Quelle: Gezielte „site:“-Abfragen greifen auf einzelne Domains zu. Präzise Produkt- und Leistungsseiten mit aktuellen Angaben sind damit direkt adressierbar.
- Thematische Breite: Mehr Fanouts pro Chat bedeuten eine größere Vielfalt an Suchanfragen zu einem einzelnen Thema. Inhalte, die auch Detailfragen beantworten, decken einen größeren Teil dieser Suchanfragen ab.
- Listicles im Mix: Listicles verlieren Anteil, bleiben aber weiterhin eine relevante Quelle.
ChatGPT bewertet Quellen neu. Wer Sichtbarkeit in KI-Systemen aufbauen möchte, braucht Inhalte, die direkt adressierbar sind: präzise Produkt- und Leistungsseiten, thematische Tiefe und eine Struktur, die auch Detailfragen beantwortet. Listicles bleiben relevant, doch ihr Anteil an den Zitaten schrumpft unter anderem, weil das Modell mehr Quellen prüft. Für eine zukunftssichere GEO-Strategie bedeutet das: Originalquellen stärken, Inhalte strukturieren und die eigene Domain als zitierfähige Quelle positionieren. Als GEO-Agentur unterstützen wir Sie genau dabei.
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Quellen:
Tomek Rudzki (Peec AI) auf LinkedIn: ChatGPT is falling out of love with listicles.


