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ChatGPT-Suchindex labrador: OpenAI baut eigene Websuche auf

OpenAI betreibt einen eigenen Suchindex. Eine aktuelle Analyse von RESONEO zeigt, dass der interne Index mit dem Codenamen labrador bereits den Großteil der Suchergebnisse in der kostenlosen Version von ChatGPT liefert. In den Bezahlversionen stützt sich das Unternehmen zwar nach wie vor stark auf gescrapte Google-Ergebnisse, doch die Gewichte verschieben sich. Für Website-Betreiber ändern sich damit die Regeln für Sichtbarkeit.

Vier Pipelines hinter der chatGPT-websuche

Wie ChatGPT seine Antworten mit Webquellen unterlegt, blieb lange Zeit eine Blackbox. Eine Analyse von RESONEO bringt Licht ins Dunkel, wie Search Engine Land berichtet. Das Team wertete 1.200 ChatGPT-Antworten, 88.000 Suchergebnisse und 26.900 Seiten aus. Der erste Hinweis ergab sich aus dem Parameter result_source im Datenstrom, den ChatGPT an den Browser sendet. Er benannte die interne Pipeline hinter jedem einzelnen Suchergebnis und ordnete jedes Ergebnis einem von vier Werten zu:

  • labrador: OpenAIs eigener Retrieval-Hub. Neben der Websuche liefert er auch News-, Reddit-, YouTube- und arXiv-Ergebnisse.
  • bright und oxylabs: externe Dienstleister, die in Echtzeit gescrapte Google-Ergebnisse bereitstellen.
  • serp: ein weiterer externer Kanal.

Bis auf labrador handelt es sich hierbei also um externe Dienstleister, die Google-Ergebnisse bereitstellen. Seit Juli fehlt dieses Feld im Datenstrom. Es verschwand über Nacht bei allen Konten, die RESONEO beobachtet. Das Team identifiziert die Pipelines seitdem über Formatierungsmerkmale wie Snippet-Länge und Titelform.

Kostenlos oder Bezahlversion: Zwei Modi, zwei verschiedene quellen

Die Verteilung der Quellen hängt stark davon ab, welchen Modus die Nutzer wählen. RESONEO testete identische Prompts in allen ChatGPT-Konfigurationen und stellte dabei erhebliche Unterschiede fest:

  • Kostenloser Think-Modus: 74,7 Prozent der Ergebnisse stammen aus labrador, nur 3,1 Prozent aus traditionell gescrapten Google-Webergebnissen. Weitere 22,2 Prozent liefert oxylabs für den News-Kanal.
  • Bezahlter Thinking-Modus: nahezu das Spiegelbild. 75,3 Prozent gescrapte Google-Ergebnisse, 24,7 Prozent von labrador.

So können zwei Personen dieselbe Frage stellen, eine ähnliche Anzahl an Quellen erhalten und dennoch Antworten aus völlig unterschiedlichen Korpora bekommen. Gute Google-Rankings bleiben für den kostenpflichtigen Thinking-Modus wichtig. Sie garantieren jedoch nicht, dass eine Seite es in den kostenlosen Think-Modus schafft. Dort ist der OpenAI-eigene Index der Gatekeeper.

Die Bedeutung dieser Erkenntnis wird durch eine weitere Zahl unterstrichen: Mehr als 90 Prozent der ChatGPT-Nutzer sind im kostenlosen Tarif unterwegs. Kostenlos bedeutet in der Regel den Instant-Modus, und der Instant-Modus bedeutet labrador. Die Pipeline bestimmt somit die Sichtbarkeit in der überwiegenden Mehrheit aller ChatGPT-Gespräche.

Was das für Ihre GEO-Strategie bedeutet

Aus den Beobachtungen lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten. Der labrador-Index arbeitet anders als klassische Suchmaschinen. Ein Suchergebnis enthält nur drei Elemente: die URL, den vollständigen Seitentitel und ein Snippet von rund 200 Zeichen. Das Snippet setzt am H1-Tag der Seite an und umfasst den unmittelbar umgebenden sichtbaren Text. Die Meta-Description ignoriert labrador komplett. Im Instant-Modus ist dieses Snippet der einzige Fließtext der Seite, den das Modell zu sehen bekommt.

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

  • Sichtbarkeit in Google und Bing reicht nicht mehr aus: Der labrador-Index bestimmt eigenständig, welche Seiten in der kostenlosen Version von ChatGPT erscheinen.
  • Titel als für sich verständlichen Satz formulieren: Titel erreichen ChatGPT ungekürzt. Eine auf Google-Längen optimierte Kürzung schränkt unter Umständen unnötig ein.
  • Die ersten 200 Zeichen nach der H1 strategisch nutzen: Kategorielabels, Datumsangaben und Widgets zwischen H1 und dem ersten aussagekräftigen Satz verdrängen die Kernbotschaft aus dem Snippet.
  • Technische Grenzen einhalten: Inhalte müssen ohne JavaScript lesbar sein, informative Alt-Texte im oberen Seitenbereich helfen zusätzlich.
  • Meta-Description trotzdem pflegen: Die auf Google-Ergebnissen basierenden Pipelines nutzen sie weiterhin.

Gleichzeitig warnen die Autoren der Studie vor Überreaktionen. Das System entwickelt sich rasant weiter, einzelne Mechanismen könnten bereits überholt sein, bevor die Anpassungen live gehen. Die klassischen Grundlagen bleiben langfristig bestehen: crawlbare Seiten, klare Titel und Inhalte, die Fragen tatsächlich beantworten.

Genau hier setzt Generative Engine Optimization (GEO) an: als Ergänzung zur Suchmaschinenoptimierung, nicht als Ersatz. Als GEO-Agentur analysieren wir, wie KI-Systeme Ihre Inhalte verarbeiten, und optimieren Ihre Website für die Sichtbarkeit bei Google, Bing und KI-Assistenten gleichermaßen.

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Quelle:

Search Engine Land: Inside ChatGPT’s retrieval stack: The index, cache, and pages it actually reads.

https://searchengineland.com/chatgpt-retrieval-stack-index-cache-pages-485036

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